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Mein analoger "Refresh"-Knopf

Schon seltsam, die Zeiten, in denen wir leben: Krankenbetten werden knapp, nukleare Abschuss-Codes wechseln Hände, Naturkatastrophen ereignen sich am Band... Wie wäre es, die Welt rundherum einfach auszublenden, sich einzumummen und den News-Feed auf stumm zu schalten? Gleichzeitig sitze ich doch beinahe ohne Unterbruch nur vor dem Computer und drehe fröhlich in meinem Hamsterrad weiter, mit ohnehin begrenztem Kontakt zur Aussenwelt? Wie geht man mit diesem mentalen und emotionalen Spagat um? Ich habe einen Versuch gestartet und nutze die Zeit, die ich normalerweise zum Pendeln eingesetzt hätte, am Anfang oder Ende eines Tages für einen kleinen Spaziergang. Er dient als mein analoger "Refresh"-Knopf. Die goldfarbenen Baumkronen, ein tollpatschiger Rabe, der ängstlich davonhüpft, oder eine Spaziergängerin, die mir unter der Maske zulächelt, erinnern mich dabei daran, dass ich in dieser ganzen Sache nicht allein bin. Wir alle stehen das gemeinsam durch, wenn wir zu uns und unserer Umwelt schauen.